wtorek, 18 luty 2014 14:05

Oder-Neiße Radweg

Napisał 
Oceń ten artykuł
(1 głos)


Frankfurt an der Oder/Słubice

Zwillingsstädte beiderseits der Oder. Bis 1945 eine Brücke verband Frankfurt mit dem östlichen Vorort. Dammvorstadt konnte man mit einer S-Bahnlinie erreichen konnte. Die Stadtbrücke wurde nach Zerstörung im Winter 1945 durch einen provisorischen, hölzernen Übergang ersetzt. Die heutige Brücke entstand erst Mitte der 50-er Jahren. Nach dem Potsdamer Abkommen fiel das rechte Ufer Polen zu und Dammvorstadt hat man als Slubice - die jüngste Stadt im Lebuser Land – wiederaufgebaut. Die Kommunisten in VRP und DDR erklärten die Brücke zu „Freundschafts- und Friedensbrücke“ und führten sofort die Visumpflicht ein. Auf der deutschen Seite wurde eine Kontrollstelle eingerichtet. Die Oder wurde zur Grenzlinie, die für Jahrzehnte zwei Nationen trennte.
Historiker leiten den Namen Słubice entweder von der slawischen Siedlung Sliwice, dem Stamm Słupianie oder von der in einer Urkunde von 992 genannten Stadt Zlubiza (Slubica) ab. Überzeugend ist auch eine Theorie von dem polnischen Wort „słupy-sluby“, das hölzerne Brückenpfeiler bedeutet. Die erste Siedlung wurde mit aller Sicherheit an einem Flussübergang gegründet, wovon das Wort „furt“ zeugt. Seit dem XIII Jh. existierte hier eine Holzbrücke.
Die Siedlung auf dem rechten Oderufer hatte sich niemals richtig entwickelt und erfüllte eine dienstbare Funktion gegenüber dem westlichen Stadtteil. Bis heute bewahren Słubice einen provinziellen Charakter. Die nach dem II Weltkrieg entstandene Wohn- und Handelsbebauung verdirbt das schon an interessanten Architektur und Sehenswürdigkeiten arme Stadtbild. Die Mehrheit der Bewohner ist im Grenzhandel berufstätig. Der Slubicer Basar „Polen Markt“, der größte im Grenzgebiet, brannte Anfang 2007 völlig nieder. Die Stadt plant seinen Wiederaufbau.
Słubice (17 Tsd. Einwohner) sind eine Kreisstadt. Dank der Gründung von Collegium Polonicum ist Słubice die kleinste akademische Universitätsstadt Polens.
Frankfurt an der Oder präsentiert sich mehr effektiv. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden in Frankfurt Millionen DM investiert, die der fast völlig 1945 zerstörten Stadt den alten Glanz teilweise wiederherstellten. Bis heute fehlt es eigentlich das Stadtzentrum.
Das gotische Rathaus aus dem XIII Jh. wurde restauriert. Das Gebäude ist, trotz des Umbaus im Renaissancestil, eines der schönsten mittelalterlichen Rathäuser Deutschlands. In der unteren Rathaushalle präsentiert die Galerie von Museum Junge Kunst Malerei und Grafik aus einer der größten Sammlungen im Osten Deutschlands. In der Nähe befindet sich die restaurierte St. Marienkirche, die bis Ende 20. Jh. als Ruine stand. Das Gebäude, erbaut aus Backstein zwischen 1253-1524, gehört zu den ältesten und größten gotischen Hallenkirchen im norddeutschen Raum.
1253 erhielt Frankfurt das Stadtrecht. Von 1430 bis 1515 war Frankfurt Mitglied der Hanse und spielte eine große Rolle als das Bücherdruckzentrum. Anfang 16. Jh. entstand in Frankfurt die erste Universität in Brandenburg. Der Name Viadrina bedeutet im Latein „An der Oder“.
Die evangelische Viadrina absolvierte u.a Heinrich von Kleist (geb. in Frankfurt (O.) einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Klassizismus und Romantik. In seiner Heimatstadt funktioniert heute das Kleist Museum. Infolge des Dreißigjährigen Krieges und Zusammenschlusses Viadrinas mit der Breslauer Universität 1810, verlor Frankfurt an Bedeutung und wurde nahe dem Untergang gebracht.
Frankfurt an der Oder (70 Tsd. Einwohner) ist die viertgrößte Stadt Brandenburgs. Nach der Wende haben rund 15 Tausend Frankfurter ihre Stadt verlassen.1991 wurde Europa Universität Viadrina gegründet, an der rund fünf Tausend Studenten studiert. Die Hälfte davon sind Studenten aus Polen.



Die Stadtbehörden und sämtliche Institutionen aus Frankfurt und Słubice leisten eine intensive grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Ihr Ziel ist „Schaffung an der deutsch-polnischen Grenze eines Beispiels für Versöhnung und gute Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen, frei von Erscheinungen des Nationalismus“. Frankfurt und Słubice gehören dem europäischen Netz der Zusammenarbeit der Zwillingsstädte an. Sie nehmen gemeinsam an EU-Projekten teil. Dank der Zusammenarbeit der Universität Viadrina und Adam Mickiewicz Universität in Posen entstand Collegium Polonicum in Slubice. Seit 1993 existiert Euroregion „Pro Europa Viadrina“. In Frankfurt gibt es auch ein Gymnasium und einen Kindergarten, in den polnische Schüler und Kinder lernen können.
In den untermenschlichen Beziehungen ist der alltägliche Handelsaustausch zwischen den Einwohnern von Frankfurt und Słubice nicht zu unterschätzen.


Allgemeines Charakteristikum
Die Strecke zwischen Frankfurt (O)– Küstrin an der Oder lässt sich in wenigen Stunden bewältigen. Empfehlenswert ist die Tour auf der deutschen Seite (33 km). Der Weg ist nicht schwer, doch gelegentlich gibt es Steigungen. Lebus und Küstrin-Kietz verbindet der asphaltierte Oder-Neiße Rad Weg. Zwischen Frankfurt/Słubice und Reitwein/Górzyca bildet die Oder einen malerischen Durchbruch. Das Flusstal wird hier schmal und hebt sich mit hohem und steilem Ufer. Auf dem Weg liegen Lebus, eine Stadt mit einer langen Geschichte, wie auch über Tausend Jahre alte Spuren von slawischen Siedlungen. Anfang der Landschaft des Oderbruchs.
Die Strecke (32 km) auf der polnischen Seite ist nicht attraktiv. Mit Ausnahme einigen Kilometer in der Anfangsettape bei Słubice fehlt es einen Radweg. Im größten Teil führt der Weg die Waldlinie entlang, unter dem Oderdeich, der den Blick auf das Flusstal hindert.



Etappenbeschreibung Frankfurt/Oder – Küstrin an der Oder (32 km)

0,0 km Der Radweg zwischen Frankfurt (O) – Lebus ist noch nicht entstanden. Die Strecke kann man entweder auf der viel befahrenen und für Radfahrer gefährlichen Bundesstraße Nr. B 112 bewältigen oder auf einem alternativen, weniger bequem aber sicheren und landschaftlich interessanteren Weg entlang der Oder.
Nach dem Grenzübergang geht es rechts in die Karl Marx Straße. Am Anfang Herbert Jensch St. biegen wir rechts und fahren die hässliche Am Winterhafen St. runter. Der Weg biegt bald nach links ab und führt neben zerstörten und verwahrlosen industriellen Gebäuden. An der ersten Abzweigung fahren wir rechts entlang der Hundeauslaufläche. Der Betonweg geht nach ein Paar Hundert Meter in einen asphaltierten Radweg über.
Nach 3 km endet der Asphalt. Wir fahren vom Oderdeich hinunter und richten uns immer geradeaus den Fluss entlang. An der Pfadabzweigung halten wir links und fahren wir über eine kleine Brücke bis wir an eine Stelle gelangen, wo uns Hinweisschilder nach Lebus (3 km) führen lassen. Biegen wir dann links ab und fahren in Richtung des hohen Oderabhangs. Eine kleine Brücke und eine kurze Auffahrt führt uns zum Asphaltweg. Wir kommen an dem touristischen Fußpfad in Oderberge vorbei. Oderberge sind ein Naturschutzgebiet reich an kontinentalen Haargras-Steppenrasen und Blüten von Adonisröschen. Den Hinweisschildern nach Reitwein und Lebus folgend, steigen wir den Oderabhang hinauf, der uns einen malerischen Blick auf das Flusstal bietet. Die Oder fließt hier am Fuß des westlichen Talabhangs und schafft auf der polnischen Seite breite Überschwemmungsterrasse. Bald erreichen wir die ersten Gebäude.

9,0 km Lebus. Es geht immer geradeaus entlang der Kirschalee. An Straßengabelung rechts in die Straße der Freiheit. Der Hügel links ist der Schlossberg. Wir fahren steil hinunter. An der Oderstraße links durch das „alte“ Lebus. Auf der linken Seite lassen wir die Marienkirche stehen und gelangen an Gaststätte „Anglerheim“. Am Wochenende vor Pfingsten findet auf dem Parking- und Rastplatz das zweitägige Fliederblütenfest. Anfang der Oder-Neiße Radweg.
Nach 2 km zweigt der Weg ab. Die Route Richtung Küstrin an der Oder geht weiter rechts. Es lohnt sich jedoch eine alternative Variante über Reitwein zu wählen. Die Strecke (nur wenig länger) ist landeskundig mehr interessant und abwechslungsreich. Wir radeln links in die Bauschstraße. Der Weg klettert den Abhang hinauf. Nach ein Paar Hundert Meter zeigt sich die Schilderung des Europäischen Fußgängerwegs mit dem Hinweis nach Reitwein (8 km) und Klessin (3 km). Wir folgen der Schilderung und steigen über einen Waldweg auf dem Oderabhang, der uns eine schöne Flusspanorama bietet. Der holprige Feldweg führt uns zur Asphaltstraße in Ortschaft Klessin. Das Touristenbrett informiert, dass wir am „Tor zum Oderbruch“ sind. Wir fahren weiter Richtung Reiwein an Häusern der Siedlung Wuhden vorbei. Bald geht der Asphalt in einen Steinpflaster über. Nach einigen Kilometern erreichen wir Waldhügel, die sog. Reitweiner Berge. In einem Bunker im Wald hatte Marschall Żukow sein Quartier.
18,00 km Wallberge. Touristenschilder richten uns nach rechts. Nach wenigen Metern gelangen wir an eine Waldlichtung. Vor einem Jahrtausend war diese Stelle Zentralpunkt einer slawischen Burg, umgeben durch ein Schutzwallsystem. Bis heute sind charakteristische Vertiefungen und Graben zu erkennen.
Die Siedlung, aus dem slawischen Wort Rytwiny genannt, gehörte im frühen Mittelalter zum Verteidigungssystem des Stammes Lebuzzi und war eine der nördlichsten Burgen dieses Volkes. Die Burg wurde wahrscheinlich während eines Überfalls von Polen im 10. Jh. zerstört.
19,00 km Reitwein. Wir fahren links bis zur Straße, dann rechts und wieder rechts in die Hauptstraße. Wir verlassen die Ortschaft und radeln z. a. 4 km in Richtung Oder. Nachdem wir an den Oder-Neiße Radweg gelangen haben, fahren wir links nach Küstrin. Wir lassen den Waldhügel Reitweiner Sporn hinter uns liegen. Hier endet der Flussdurchbruch. Das Land wird beiderseits der Oder flach, die Wälder verschwinden, es zeigen sich Ackerfelder, die bis Horizont reichen. Das ist eine typische „niederländische“ Landschaft im Oderbruch.
32 km Küstrin-Kietz. Wir biegen rechts in die Hauptstraße und gelangen nach 2 km an den Grenzübergang zu Polen. Nach der Kontrolle halten wir nach einigen Metern am Hotel „Bastion“ und an der Tankstelle. Hinter den Gebäuden liegt das „Küstriner Pompeji“ – die Reste von der nicht mehr existierenden „Küstriner Altstadt“.


Lebus
Stadt (3300 Ein.) im Landkreis Märkisch Oder-Land. Kleinbürgerlich-dörfliche Bauten des „Alten Lebus“ erstrecken sich in direkter Nähe der Oder. Über die Gegend herrscht ein Turm der evangelischen Marienkirche von 1806. Die Kirche wurde nach Zerstörungen des II Weltkriegs wiederaufgebaut. Das Dienstleistungs- und Einkaufszentrum befindet sich im oberen Stadtteil an der Straße Nr. 112 in Richtung Frankfurt. Die Bewohner von Lebus rühmen sich einer langen und interessanten Stadtgeschichte, doch die Blütezeit der einstigen Hauptstadt des Lebuser Landes ist schon längst vorbei.
Im 9. Jh. befand sich auf dem Gebiet des heutigen Lebus die Zentralburg des Stammes Lebuzzi (jetzt Schlossberg). Von diesem slawischen Volk kommt der Name Lebus und Lebuser Land. Im 10. Jh., infolge der Stammkämpfen wurde die Burg zerstört. Die ersten polnischen Herrscher- Herzog Mieszko I und König Boleslaw Chrobry haben die Siedlung wiederaufgebaut. Zur Zeit der Herrschaft von Boleslaw III. Schiefmund (1102-1138) gründete Bischof Otto von Bamberg in Lebus einen Bistum, das zur Erzdiözese Gnesen gehörte. In der zweiten Hälfte 13. Jh. verkaufte der Fürst Boleslaw Rogatka das Lebuser Land an Brandenburg. Das Bistum wurde an das andere Oderufer versetzt in den gegenüberliegenden Ort Górzyca, der seit 1317 eine Stadt war (jetzt ein großer Dorf). 1432 die Hussiten plünderten Lebus und brachten ihn damit zum Niedergang.
Reitwein
Der Dorf wurde das erste Mal 1317 erwähnt. Der Ortsname kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Weg durch den Sumpf“. Über dem Dorf herrscht ein Turm einer neogotischen Kirche, die Mitte 19.Jh. vom bekannten preußischen Architekten August Stüler erbaut wurde. Die Kirche wurde 1945 schwer beschädigt. Die lokalen Behörden wollten die Ruine in die Luft sprengen, doch dank Bemühungen der Pfarreigemeinschaft hat man diese Idee aufgegeben. Mehr noch, das Gebäude wurde restauriert.
Reitweiner Tradition ist der seit Hundert Jahren veranstaltete „Heiratsmarkt“. Das Volkfest findet im Juni statt, immer eine Woche nach Pfingsten und zieht mehrere Teilnehmer an. Das Hauptattraktion ist die Möglichkeit der Schließung einer „Probenehe“. Das Ehepaar hat 24 Stunden, um zueinander Vertrauen gewinnen und über gemeinsame Zukunft entscheiden.


Das Oderbruch
Erstreckt sich 15 km lang und 55 km breit zwischen Lebus im Süden und Oderberg im Norden. Die Region liegt fast völlig auf der deutschen Oderseite. Die Landschaft erinnert hier eher an das landwirtschaftliche Holland, als an naturelles Überschwemmungsgebiet. Doch vor 250 Jahren bewuchs ein Urwald dieses sumpfige Gegend, überschwemmt durch zahlreiche Oderarme. Unzugängliche Dörfer, die man mehrere Monate im Jahr nur mit Boot erreichen konnte, bewohnten deutschsprachige Bevölkerung verwandt mit slawischen Wenden. Ihre Unterhaltsquelle war meist Fischerei. Mitte 18 Jh. ließ König Friedrich II der Große das Oderbruch trockenlegen. Es entstand ein System von Deichen und Wasserableitungskanälen. Zwischen den Dörfern Giestebüse und Hohansaaten wurde die Oder im neuen Bett geführt. Der Fluss wurde sogar um etwa 20-30 km östlich „verschoben“. Bis zu diesem Zeitpunkt lag Wrietzen, die Hauptstadt von Oderbruch, direkt am Fluss. Wälder wurden gerodet und trockengelegte Sümpfe in fruchtbare Böden umwandelt. Einige Tausend Kollonisten aus anderen Deutschländern wie auch Österreich, Böhmen, Polen wurden herangeführt. Die Ankömmlinge bewohnten rund Dörfer. Die Polen ließen sich im Ort Neulewin nieder. Die kolonisierten Dörfer bekamen meist Namen, der schon existierenden Ortschaften. Zur Unterscheidung fügte man Präfix –„Neu“ hinzu. Die entstehenden Siedlungen unterschieden sich von den alten Dörfern. Neue Orte bestanden meistens aus zwei Häuserzeilen, zwischen denen sich ein breiter Abzugsgraben hinweg zog. Die früheren Dörfer hatten slawische Siedlungsformen von „Straßendorf“, bzw. „Straßenangerdorf“, wo die Bauernhöfe und Felder auf beiden Straßenseiten lagen.
Nach der Umwandlung des Oderbruchs in Ackerbauterrain wuchs die wirtschaftliche Bedeutung der Region und die Bewohner wurden schnell reich. Bis heute gilt das Oderbruch als der „Gemüsegarten Berlins“.


Etappenbeschreibung Słubice - Kostrzyn nad Odrą (35km)
Von der Grenzbrücke in Słubice geht es auf dem Deich, entlang der Nadodrzanska St. Der asphaltierte Radweg führt uns aus der Stadt. Wir radeln am Rande des Schutzgebietes „Das Bruch bei Słubice“. Bei Ort Nowy Lubusz/Neu Lebus geht Asphalt zu Ende. Es geht weiter konsequent die Oder entlang. Der Waldweg ist ziemlich bequem, doch, insbesondere in der Endetappe, kommen schwierigere, holprige Fragmente vor. Nur selten kommt der Weg direkt an der Oder vorbei (wie auf Höhe von Lebus). Die Route verläuft meist unter dem Deich und es fehlt ihr an Oderperspektive.
20,00 km Die ehemalige Aufsichtstelle des polnischen Grenzschutzes, heute Aussichtsturm ist eine seltene Abwechslung unterwegs. Der Asphaltweg führt von hier aus nach Górzyca/Göritz (2km). Heute ist es ein großer Dor und Sitz des Gemeindeamtes. Im Mittelalter besaß das Stadtrecht. Seit Mitte 13.Jh. befand sich in Göritz fast 100 Jahre lang der Sitz des Lebuser Bistums. (siehe Lebus).
2,2 km vor Küstrin erreichen wir die Landstraße Nr. 31. Es geht weiter in die Stadtrichtung.
35 km Küstrin an der Oder

Zwischen Słubice und Küstrin an der Oder

Küstrin an der Oder/ Kostrzyn nad Odrą
Stadt (17 000 Ein.) in Landkreis Słubice. „Etwas Finster-Unheimliches ist um ihn her (…)“ – schrieb 1879 Theodor Fontane. Die an der sehr günstigen Verteidigungsstelle gelegene Stadt ist heute ein wichtiger Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt. In Küstrin befindet sich ein wichtiger Grenzübergang zu Deutschland. Die größte Attraktion der Stadt sind Reste von einer imposanten Festung, die Amateure der Militaria aus ganz Europa anziehen. Bis heute sind Schutzmauer, zwei Tore, drei Bastionen, äußere Festungsgraben erhalten. Ende August finden hier „Tage der Festung Küstrin“, die Tausende von Menschen besuchen.
Das heutige Stadtzentrum ist am nördlichen Wartheufer gelegen, auf dem Gebiet des ehemaligen Vororts Neue Stadt. Küstriner Altstadt, bewohnt 1939 von 25 Tsd. Menschen, hörte auf am Kriegsende zu existieren. Küstrin bekam Anfang 14. Jh. das Stadtrecht. 1535 Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin (gen. Hans von Küstrin) erhob die Stadt zum Rang einer Residenz. Er ließ das Schloss errichten und Küstrin in eine Festung umwandeln. Bis Ende des II Weltkriegs (mit Ausnahme französischer Besatzung 1806-1814) war Küstrin eine Garnisonstadt. 1758, vor dem Zorndorfer Schlacht, hat die russische Armee die Stadt schwer beschädigt, doch nicht besetzt.
Der berühmteste Häftling der Festung war Friedrich Wilhelm. Der Thronfolger wollte, als ein Junge, mit Hilfe seines Freundes der Obhut des Königs entkommen und nach England fliehen. König Friedrich Wilhelm I ließ dafür 1730 den Sohn sperren. Bevor der junge Friedrich entlassen wurde, musste er die Enthauptung des Freundes – Hans von Katte beobachten.
Anfang 1945, nach zwei Monaten Belagerung legte Artillerie der Roten Armee Küstrin in Schutt und Asche. Unter 8278 Gebäuden überstanden nur fünf Objekte. Die deutsche Bevölkerung floh vor den heranrückenden russischen Soldaten nach Westen.
Nach dem Krieg fiel Küstrin Polen zu. Die Behörden entschieden den Schutt wegzuschaffen und auf den Wiederaufbau zu verzichten. Schlossruinen wurden 1969 in die Luft gesprengt. Das Gemeinschaftsleben wurde an das andere Wartheufer versetzt und die „Altstadt“ verwuchs mit Unkraut. Anfang 90-er Jahre wurden die wuchernden Pflanzen entfernt. Ans licht kamen Pflaster, Bordstein, Haussockel und Treppen, die zu unsichtbaren Türen führen. Die Stadt will das Gelände bewirtschafte, Grundstücke einteilen und zum Verkauf stellen. Die Investoren sollen, unter Aufsicht von Konservatoren, ein attraktives Hotel- und Erholungszentrum errichten.
Am Sommer findet in Küstrin „Haltestelle Woodstock“ statt - der größte Rockfestival in Europa. Im Rahmen von „Przystanek“ gibt es das ganze Jahr über in Kostrzyn und deutschem Bleyen Konzerte „Rock ohne Grenzen“.

Nationalpark Warthemündung
Gelegen im Thorn-Eberswalder Urstromtal auf den ornithologisch wertvollsten Gebieten Europas.. Der Nationalpark dehnt sich östlich von Küstrin aus auf der Fläche von 80 qkm. Unter strengem Naturschutz stehen etwa 8,8 qkm. Das auf Wiesen gelegene Vogelreich durchschneit ein dichtes Netz von Kanälen und Altwassern. Die Warthe teilt den Park auf den nördlichen- sog. Nordpolder und südlichen Teil. Zum Schutz eines der wichtigsten Aufenthaltsortes der Wasser- und Sumpfvögel in Polen, schuf man 2001 den Nationalpark. Hier treten rund 250 Vogelarten auf, davon für 170 Arten ist Warthemündung ein natürliches Heckengebiet. Im Park befinden sich dutzende Vogelbeobachtungsstellen. Durch die interessantesten Teile führen Rad-und Fußgängerwege. Im Winter- und Frühlingssaison, bei hohem Warthepegel, steht der Nationalpark unterm Wasser.
Bis Ende 18. Jh. Bruchwald bewuchs die sumpfige Warthemündung. Einige Jahre nach Trockenlegung des Oderbruchs unternahm man weit angelegte Meliorationsarbeiten. Man regulierte die Warthe, die hier kein festes Bett hatte. Kollonisten,wurden herbeigeführt. Für einige Privilege übten sie kleinere Meliorationsarbeiten aus: rodeten Erlen, betrieben eine Wiesen- und Weidenwirtschaft. Die Ankömmlingen hinterließen charakteristische Wohnhäuser. Neue Siedlungen, um ihre Anziehungskraft zu erhöhen, bekamen exotische Namen. Bis 1945 der Dorf Jamno hieß Jamaika, Polne – Pensylvanien, Budzigniew – Hampshire.
Bemerkenswert ist der Ort Słońsk-Sonnenburg mit Kirche und Schlossruine der Johannitern. In Sonnenburg befand sich in den 30-er Jahren ein Konzentrationslager, umwandelt in ein schweres Gefängnis für politische Häftlinge. Hier wurde u.a Friedennobelpreisträger Carl von Ossietzky gefangen gehalten.
Informationen: Verwaltung des Nationalparks Warthemündung Chyrzyno 1, an der Straße Nr. 22 nach Słońsk, einige Hundert Meter nach dem Bahnübergang in Küstrin, wie auch auf www.pnujsciewarty.gov.pl

Zwischen Bahnhof Küstrin-Kietz und Frankfurt Oder gibt es einen regulären Zugsverkehr. An Arbeitstagen fahren die Züge öfter als einmal in der Stunde ab. Feiertags fährt der Zug etwa alle zwei Stunden ab. Der letzte Zug kommt um 20 00.
Kostrzyn nad Odrą – Schwedt


Allgemeines Charakteristikum
Das Untere Odertal ist die schönste Gegend auf dem deutsch-polnischen Grenzgebiet. Das landwirtschaftlich geprägte Oderbruch grenzt über den Fluss an dünn besiedelten Zehdener Lanschaftspark/Cedyński Park Krajobrazowy.
Besonders interessant ist die polnische Oderseite. Die Landschaft, sowie die Pflanzenwelt sind ungewöhnlich für diese geografische Zone. Einzigartig sind insbesondere Reservate im Landschaftspark von Zehden. Unterwegs liegen Schloss in Dąbroszyn/Tamsel, gotische Kirche von Chwarszczany/Quarstschen, die Stadt Cedynia/Zehden. Zwischen Czelin/Zellin und Stary Kostrztynek/Altküstrinchen führt „Pionieren-route“. Sozrealistische Monumente, wie auch Obelisken, Tafeln, Gedenkstädte, Militärfriedhöfe erinnern ans Überqueren der Oder im April 1945 durch die I Polnische Armee. Der Radweg läuft in direkter Nähe von Moryń/Mohrin und Chojna/Königsberg - interessanten Städten mit mittelalterlicher Ursprung.
Die Strecke Kostrzyn-Schwedt zählt 100 km. In Hinsicht auf mehrere Sehenswürdigkeiten ist es empfehlenswert den Weg auf mindestens zwei Etappen zu teilen. Man kann die Strecke auch in einem Tag schaffen (10-12 Std. mit Pausen). Grenzübergänge befinden sich in Gozdowice/Güstebiese (Fähre), Osinów Dolny/Hohenwutzen, Krajnik Dolny/Schwedt.
Die Tour auf der deutschen Seite (84km) ist weniger abwechslungsreich. Größtenteils führt die Route auf dem asphaltierten Radweg Oder-Neiße, entlang der landwirtschaftlich geprägten Region des Oderbruchs. In der Endetappe geht es im Nationalpark des Unteren Odertal.

Etappenbeschreibung Kostrzyn – Schwedt (95 km)
00,0 km Start am Bahnhof Kostrzyn. Wir fahren Dworcowa St. an Naturmuseum und Touristeninfo vorbei, links in die Niepodległości St, überqueren den Straßenrundverkehr und richten uns nach Gorzów Wlkp. Nach etwa 200 m biegen wir rechts in Wyszyńskiego St. ab. Wir fahren durch Stadtteil Wierniki. Nach 3 km stecht rechts eine Pumpenstation aus Anfang 20 Jh. Die Anlage pumpt bis heute Wasser aus dem Polder ins Speicherbecken um. Wir lassen letzte Gebäude von Küstrin hinter uns liegen. Bald endet der Asphalt und beginnt ein markierter Radweg durch bruchartigen Wald. Wir überqueren die Bahnlinie (Vorsicht!) und erreichen die Straße Nr. 132. Wir fahren rechts und bald erreichen wir die ersten Dorfhäuser.
6,0 km Dąbroszyn/Tamsel.

Der Schlosskomplex In Dąbroszyn befindet sich mitten im Dorf, an der Straße nach Gorzów Wlkp.
Wir verlassen die Hauptstraße gegenüber der Schlosskirche und fahren in Richtung Sarbinowo (5km) Wir kommen durch den oberen Park. Die Fahrt beginnt malerisch und führt durch eine tiefe Schlucht, die eine Hügelkette durchbricht. Bald wird jedoch die Landschaft flach. Wir fahren immer geradeaus, passieren die Grenze der Wojwotschaft Westpommern und nach einigen Kilometern erreichen die Landstraße Nr. 31. Wir biegen rechts ab, lassen eine Tankstele mit Motel hinter uns liegen und fahren in Richtung Sarbinowo.
11 km Sarbinowo/Zorndorf
„Zorndorf ist wohlhabend, wie fast alle Dörfer, wo Schlachten geschlagen wurden. – schrieb Theodor Fontane – „Ob es lediglich daran liegt, dass die während des Kampfes zerstörten Dörfer besser und hübscher wiederaufgebaut werden, oder ob die Schlachtfelder, wie große Friedhöfe, einen reicheren Acker schaffen?“. Heute ist es schwer in Sarbinowo, wie auch in umliegenden Ortschaften, Wohlstand zu finden. Der Dorf kam in die Geschichte als Ort einer blutigen Schlacht während des Siebenjährigen Kriegs. Die Zorndorfer Schlacht spielte sich am 25 August 1758 zwischen dem preußischen Heer unter König Friedrich des Großen und russischen Soldaten mit englischem General Fermor an der Spitze ab. Friedrich II wollte die in Schlesien einschreitenden russischen Truppen zerschlagen. Die Russen zerstörten gerade Küstrin und verwüsteten die Umgebung. Der preußische König verfügte über etwa 25 Tsd. Infanterie und 10 Tsd. Kawalerie. Die russischen Kräfte zählten 44 Tsd. Soldaten, darunter 18 Tsd. Kosaken. Trotz großer Verluste auf beiden Seiten, blieb die Schlacht unentschieden.
Hinter der Pfarrkirche in Sarbinowo biegen wir nach links in die Straße Nr. 31 in Richtung Chwarszczany. Wer die Kirche in Chwarszczany besichtigen will, muss es früher beim Pfarrer in Sarbinowo melden!

Wir hinterlassen den Dorf. Nach ein Paar Hundert Metern erreichen wir den Terrain, auf dem es zur Zorndorfer Schlacht kam. Auf der rechten Straßenseite steht eine unlesbare Tafel, die den Verlauf des Kampfes rekonstruiert. Ein Feldweg führt von hier aus in eine verwahrloste Stätte, in der früher ein Obelisk stand.
15 km Chwarszczany/Quarstschen. Mitten im ärmlichen Dorf, auf der rechten Straßenseite ragt eine schlanke gotische Kapelle des Templerordens. Es geht weiter in Richtung Stettin. Bald biegen wir links nach Porzecze und Namyślin ab. Der Weg führt entlang des malerischen Flusstals von Myśla. Unterwegs kommen wir am Bahnhof Namyślin vorbei, von dem Züge nach Küstrin und Stettin abfahren.

Dąbroszyn/Tamsel
Dorf (800 Ein.) in Gemeinde Witnica/Vietz. Im 12 Jh. gehörte zum Ritterorden der Templer dann Johanniter. Dąbroszyn ist wegen eines der schönsten in Nord-West Polen Schloss- und Gartenkomplexes bekannt. Seit Mitte 17. Jh. war der Ort im Besitz des preußischen Adelstammes von Schöning, der ihn in eine Residenz ausbaute. 1680-1690 erbaute Hans Adam von Schöning ein barockes Schloss (Nach einer Legende für die an Türken während der Schlacht zu Buda geraubte Kriegsbeute). Das Schloss, mehrmals umgebaut, verlor ihre ursprüngliche architektonische Form und ist heute ein Beispiel für eine gelungene Verbindung einer barocken, klassizistischen und neogotischen Form. 1851 baute man die obere Etage auf. Die Fassade wurde im neogotischen Stil verziert. Die Familie baute die Residenz zu einem romantischen Wohnsitz um, der der aktuellen Mode entsprach.
2000 begannen die Renovierungsarbeiten im Außen und Inneren des Schlosses. Nach ihren Abschluss wird das Schloss zum Sitz der Euroregion Pro Europa Viadrina mit Hotel im oberen Teil. Mitte 18. Jh. legte man einen englischen Park um das Schloss an. Auf dem Abhang des Urstromtals der Warthe entstand der Niedergarten. Rund um das Gebäude liegt der oberen Park. Bis heute bleibt der alte Baumbestand erhalten. Im oberen Park, gegenüber des Schlosses, steht ein „Victoria“ – Denkmal, zum Ehre des Königs Friedrich II. Die Skulptur mit Flügeln haben 1945 russische Soldaten mit Kugeln durchlöchert. Am Schloss steht gotische Kirche des Heiligen Josef, Filialkirche der Pfarrei in Kostrzyn. Im Inneren befindet sich das Schönings – Mausoleum mit Grabdenkmälern, wie auch barocken Taufbecken und Sarkophag von Hans Adam von Schöning.
Chwarszczany/Quartschen
Dorf im Landkreis Myślibórz. 1232 gründeten hier die Templerritter ihre Komturei. Die Burg, erbaut auf der durch Fluss und Sumpf umgebenen Ebene hatte Form eines Schutzvorwerks. Mitte 13. Jh. wurde aus Granit eine einschiffige Kapelle Jan des Evangelisten (jetzt des heiligen Stanisław Kostka) errichtet. In der Westfassade baute man zwei zylinderförmige Türme an, was der Kapelle einen Schutzcharakter verlieh. Nach wenigen Jahrzehnten wurde die Kirche vergrößert. Bis 1945 die Wände bedeckte gotische Wandmalerei aus 14/15 Jh. Die Restaurierungsarbeiten in den 90-er Jahren kamen die Fresken wieder ans Tageslicht.
Nach der Aufhebung des Ordens 1312 übernahmen die Johanniter die Komturei. Während den in den letzten Jahren geführten archäologischen Ausgrabungen wurden Fragmente eines Gutshofs der Tempelritter entdeckt. In ehemaligen Stallen wird ein Restaurant und zukünftig auch Hotel errichtet.
Jeden September findet in Chwarszczany ein Ritterturnier statt. In Quartschen entstand Kulturpark zum Schutz der Baudenkmäler und Natur.

 

24 km Namyślin/Neumühl
Im Dorf wurden Begräbnisstätte aus der Bronzezeit (1100-900 v. Ch.) und Spuren einer frühmittelalterlichen Siedlung gefunden. Der heutige Ort entstand nach 1560 als ein Vorwerkdorf. Noch Anfang 19. Jh. befanden sich hier Sägemühle, Brauerei und Mühle. 1876 wurde eine Bahnlinie gebaut. In der Zwischenkriegszeit existierten im Ort Oberforstamt und Wasserelektrizitätswerk. Die Kirche, ursprünglich ein Fachwerkbau aus 17. Jh. wurde 1903-1904 umgebaut. An der Kirche zweigt der Weg ab. Wir fahren rechts in Richtung Boleszkowice-Kłosów und halten immer geradeaus. Nach 3km biegt der Weg nach Boleszkowice ab. Nach einigen Kilometern kommen wir an eine Wegabzweigung im Ort Kłosów. Wir überqueren die Kreuzung und fahren weiter geradeaus über eine kleine Brücke über dem Flüsschen Kurzyca. Wir biegen links in Richtung der Oder.
38 km Czelin/Zellin. Das Dorf wurde 1317 zum ersten mal urkundlich erwähnt. Im Mittelalter war es eine Stadt. Die Anfänge der Kirche reichen bis ins 13 Jh. hin. Das Granitgebäude, mehrfach umgebaut, wurde 1945 zerstört und in den 80-er Jahren wiederaufgebaut.
In Czelin beginnt die „Pionieren-route“. Im Frühling 1945 forcierte auf der Strecke zwischen Czelin und Skiekierki die I Polnische Armee die durch deutsche Truppen verbissen verteidigte Oderlinie. Am 20 April zerschlugen polnische und russische Soldaten nach schweren Kämpfen die deutsche Positionen und setzten sich auf das andere Ufer über. Nachdem die letzte Verteidigungslinie entlang der Alten Oder durchbrochen worden war, stand der Weg nach Berlin offen. Die Regierung Volkspolens machte einige Ortschaften auf der rechten Oderseite zu Gedenkstätte zur Ehre der polnischen Pionieren, was Teil der anti-deutschen Propaganda war. In Czelin solle „der erste (visionäre) Grenzpfahl“ gestanden haben. Ihn habe Gefreiter Wędrzyński, Zimmermann im Dienste des Ponton- Brückenbataillons angefertigt. An eigenhändig behauten und rot-weiß angestrichen Pfahl befestigte der Soldat ein Schild mit der Aufschrift „Polen“ und mit Entfernungen nach Warschau und Berlin. Dies soll einige Monate vor der Festlegung der Grenzen im Potsdamer Abkommen passiert sein. Heute steht in diesem Ort ein hoher steinerner Obelisk. Man erreicht ihn vom Parkingplatz, gelegen mitten im Dorf an der Kurve der Straße nach Gozdowice. Wir fahren von Czelin in Richtung Gozdowice. Nach wenigen Kilometern passieren wir die Grenze der Zehdener Naturpark (Cedyński Park Krajobrazowy). Der Weg schlängelt sich wenige Kilometer durch malerische Waldhügel. Wir kommen an den Weg Nr. 126 biegen links ab und erreichen die ersten Häuser von Gozdowice.


Gozdowice/Güstebiese
Dorf in Gemeinde Mieszkowice liegt malerisch auf den zur Oder abfallenden Hügeln. Noch Mitte 14 Jh. war es eine slawische Siedlung im Besitz der Familie von Güstebiese. Nachdem das Geschlecht erlosch nahmen das Dorf der Kreuzritterorden und dann die Johanniter über. Ein wichtiges Ereignis in der Ortsgeschichte war Trockenlegung des Oderbruchs. Bis Mitte 18. Jh. in Güstebiese richtete sich der Fluss nach Westen. Während Meliorationsarbeiten setzte man die Oder ins neue Bett das nach Norden bis Hohensaaten führte. 1800 zählte der Dorf ein Tausend Einwohner – 10 Mal so viel wie heute. Von 1815 bis 1945 verband eine Fähre die beiden Oderufer. Im Sommer 2007 wurde der Verkehr wieder in Gang gesetzt. Die Investition finanzierte die EU. Der Terminal befindet sich im unteren Teil des Dorfes (es besteht eine Möglichkeit der Rückkehr nach Küstrin über den Oder-Neiße Radweg (etwa 35 km).
Im Winter 1945 hielt bei Güstebiese die Oderoffensive der I Polnischen Armee, die dann den Fluss überquerte. Zur Zeit der Volksrepublik Polen versuchte man diesem Ereignis einen symbolischen Rang zu verleihen. Im Haus, in dem die Oberbefehlshaber der Armee während der Oderforcierung stationierten, wurde das Museum der Pioniere eingerichtet (geöffnet von 15 April bis 15 September). Die Dauerausstellung verehrt die Oderüberquerung durch polnische Pioniere. Im Hof stellte man Pontons auf, die die Soldaten 1945 nutzten. Auf dem nah gelegenen Hügel steht ein Monument für gefallene Pioniere. Bis 1945 befand sich hier ein Denkmal Königs Friedrich des Großen. Der Obelisk wurde 1908 errichtet zur Ehre des Königs, der mit der Armee auf dem Weg zum Zorndorfer- Schlacht die Oder bei Güstebiese überquerte. Bei der Kirche steht ein Grabdenkmal vom Güstebieser Lehnschulz Friedrich Falkenberg (1751-1812). Eine eingemauerte Tafel gedenkt der Dorfverstorbenen. Am Kircheneingang stiftete eine lokale deutsch-polnische Initiative eine Tafel mit Geschichtsdaten der Kirche.
45 km Gozdowice/Güstebiese. Der Weg führt weiter nach Siekierki. Hinter dem Dorf steht auf der linken Straßenseite ein anderes Monument. Eine „Ehrenwand“ mit Grenzkonturen des polnischen Staates nach 1945 würdigt die I Polnische Armee. Von umliegenden Hügeln aus beobachtete die polnische Führung die Truppen bei der Oderforcierung.
Es geht weiter über eine schöne Ortschaft Stare Łysogórski/ Alt Litzegöricke. Kurz vor dem Ort geht ein Weg rechts nach Moryń/Mohrin ab (8km). Es ist die beste Gelegenheit dieses reizende Städtchen zu besuchen.
In Stare Łysogórski sind mehrere quergegliederte Fachwerkhäuser aus 19. und 20. Jh. erhalten geblieben. Dieser Bautyp kam einst auf dem ganzen Gebiet des Oderbruchs vor. In Stare Łysogórski befinden sich ein agro- touristischer Bauernhof mit Privatzimmern, ein Restaurant und Lebensmittelgeschäft. Auf der deutschen Oderseite liegt Kolonistendorf Neu Litzegöricke.
.

Hinter Stare Łysogórski liegt ein von der Straße her sichtbarer Militärfriedhof. Hier liegen rund zwei Tsd. Soldaten der I Polnischen Armee begraben, die während des Berliner Einsatzes gefallen sind. Das Denkmal schuf Sławomir Lewiński. Etwa 200 m vom Friedhof entfernt befindet sich das Museum der Andenken der I Polnischen Armee. Das Museum ist 10:00 bis 16:00 Uhr im Frühlings-Sommersaison geöffnet48 km Siekierki/Zäckerick.
Im Dorf fand man Spuren von Niederlassung aus dem Frühmittelalter und der Zeit der Lausitzer Kultur (6. Jh. V. Ch.) Der ehemalige Fischerdorf wurde zum ersten mal 1335 als Czekerik urkundlich erwähnt. Seit 1555 gehörte Zäckerick dem Zisterzienserinnenkloster. Die Schwester sorgten für die Kirche. Der Dorf brannte 1767 völlig nieder und wurde nach einem neuen Projekt als Czekerik wiederaufgebaut. Die Kirche wurde neu errichtet. Nach der Zerstörung von 1945 wurde die Ruine beseitigt und ein Mariensanktuarium „Königin des Friedens“ erbaut.
Ende 19. Jh. führten eine Straße- und eine Bahnbrücke über die Oder hinweg. Am Kriegsende sprengten die deutsche Soldaten beide Verbindungen in die Luft. In den 50-er Jahren wurde nur die Bahnbrücke wiederaufgebaut (derzeit stillgelegt).
Mitten im Dorf steht ein Giebellaubenhaus. Dieser Typ des Fachwerkbaus war insbesondere auf der rechten Seite der Oder verbreitet. Das Haus steht mit dem Giebel zur Straße. Die Eingangstür führt auf einen Mittelflur, von dem man Wohnräume, wie auch Stallungen erreichte. Im Flur befand sich ein offener Herd sog. „schwarze Küche“.
Es geht weiter nach Cedynia. Am Bahnbrücke steht ein Denkmal von Czesław Wronka.
58 km Stara Rudnica/Alt Rüdnitz. Ein ehemaliger Fischerdorf am Küstriner Kanal, erstmals 1269 als Rudenitz erwähnt. 1345-1555 gehörte der Zisterzienserinnen von Zehden. Bis Kriegsende standen im Ort zwei Kirchen. Die eine wurde bis Fundamente abgebaut. Die andere, erbaut aus Feld- und Keramiksteinen im 15. Jh. existiert bis heute. Im Dorf sind einige Fachwerkhäuser erhalten geblieben. Auf dem anderen Ufer steht Kolonistendorf Neu Rüdnitz.
Der Weg führt jetzt Überschwemmungsgebiete entlang.
62 km Stary Kostrzynek/Alt Küstrinchen. Ehemaliger Fischerdorf, erwähnt 1299 als Custrineken, gehörte auch dem Kloster. Die Fischer mussten der Zisterzienserinnen eine Abgabe einrichten. Im Dorf stehen eine Kirche, erbaut 14/15 Jh. aus Feld- und Keramiksteinen und einige sehenswerte Dielenhäusern aus 18. und 19. Jh. Im Dorf, ähnlich wie in Alt Rüdnitz wurden frühmittelalterliche und lausitzer Spuren entdeckt. Auf der deutschen Seite gibt es Kolonistendorf Neu Küstrinchen.

.
Landschaftspark Cedynia/Cedyński Park Krajobrazowy
Der 1993 gegründete Park hat Fläche 308, 5 qkm und liegt in Grenzen von sechs Gemeinden. Zusammen mit Landschatfsparks von Stettin, Unterem Odertal, Warthemünde und dem Nationalpark Unteres Odertal bildet er das internationale Landschaftsschutzgebiet Unteres Odertal. (siehe Nationalpark Unteres Odertal).
Die Gegend überrascht mit Vielfalt der Natur. Hier treten alle sechs Typen von Seeplatten auf. Die nacheiszeitliche Hügel erreichen in Puszcza Piaskowa/Sandwüste 167 M über N.N. In Parkgrenzen leben mehrere geschützte Tierarten - insbesondere Wasservögel.
Die Pflanzendecke ist für diese geografische Zone ungewöhnlich. Im Bielinek Schutzgebiet wachsen südeuropäische Steppengras und Mooseichen. „Die Zehdener Heide“ sieht wie verkleinerte Bergweiden in Karpaten aus. Den Park durchschneiden mehrere Rad- und Fußrouten. Die wichtigen Orte sind auch mit Wagen erreichbar. Besonders interessant ist der nördliche Teil des Landschaftsparks mit hügeliger Sandwüste, Naturschutzgebieten und zwei großen Seen, an den man zelten darf. Sehenswert sind Städte Cedynia/Zehden, Chojna/ Königsberg und Moryń/Morhin. Naturschätze werden gesetzlich als Reservate geschützt.

 



65,00 km Straße Nr. 124 und Grenzübergang Osinów Dolny – Hohenwutzen.
Links geht es zum 1993 eröffneten Terminal. An den Grenzübergang stößt ein Markt, der eine Rolle der Einkaufsbasis für Bewohner des benachbarten Landkreis Barnim-Oderberg spielt. Die neulich sanierten Gebäuden der einstigen Papier- und Zellulosenfabrik dienen als Handels- und Dienstleistungszentrum. Die Anlage umgeben provisorische Buden, Pavillons und Tankstelle. Außer Bars, Pizzerias, Frisörsalons gibt es hier auch Fahrradladen. Die Fabrik, wie auch nah gelegene Arbeitersiedlung, wurden kurz vor dem Kriegsausbruch errichtet.
Die Route geht weiter rechts in Richtung Cedynia und bald erreicht Osinów Dolny. Der Dorf, umwandelt in einen unästhetischen Marktplatz, ist wegen der höchsten Frisörzahl pro Kopf bekannt. Ein Salon fällt auf sechs Ortbewohner zu. Etwa 30 Friseursalons, 4 Tankstellen, Wechselstuben und einige Freudehäuser bedienen meist deutsche Kunden.
Der ehemalige Fischerdorf wurde 1299 als Wutzeno, 1835 als Nieder Wutzen erwähnt. Seit langem befand sich im Ort eine Oderfurt. Im Juni 972 überquerte hier den Fluss das sächsische Heer, das später bei Zehden geschlagen wurde. Die Kirche wurde 1838 aus behauten Keramiksteinen erbaut.
Kurz nach dem Dorf ragt der Czcibor- Berg hervor. 1972 aus Anlass der Jahrtausendfeier der Zehdener Schlacht wurde ein 15 Meter hohes Denkmal enthüllt. Zum Obelisk führen 270 Steintreppen hinauf. Das Denkmal wurde von Czesław Wronka i Stanisław Biżek entworfen. Am Fuß des Hügels stellt ein Mosaik den Kampf Mieszkos I gegen Hodon dar.
Es geht weiter nach Cedynia. Bald erreichen wir auf der rechten Straßenseite das Schutzgebiet „Zehdener Heide“. Die malerischen Hügel sind im Spätsommer zur Blütezeit des Heidkrauts besonders schön.

Die Zehdener Heide
70 km miasto Cedynia-Zehden. Am Ortsanfang kommen wir an der Kościuszki St. vorbei (Restaurant und Pension Relax).
Wir verlassen Zehden mit der Straße Nr. 125 in Richtung Bielinek. Wir passieren den Dorf Lubuechów Dolny/Nieder Lübbichow . Im benachbarten Lubuechów Górny/Hohen Lübbichow befindet sich eine Kirche aus 13. Jh. Gotische Kirchen gibt es auch in umliegenden Orten: Cząchów, Orzechów, Golice. Die Straße nach Bielinek führt uns bald an die Grenzen des Naturschutzgebiets „Bielinek“.
Gotische Kirche ragt über Zehden hervor

Ein Weg links führt durch tiefe Schlucht nach einem kleinen Dorf Markocin hinunter. 1997 wurde zu Beginn der Markociner Schlucht ein Gestein mit Information über die Bildung des Reservats enthüllt.
Die steilen, mit Wald bedeckten Hügel durchschneiden 12 Schluchten. Auf besonnten Abhängen erreicht die Temperatur im Sommer sogar 45 Grad. Die Natur erinnert hier an Südeuropa. Die Gegend bewachsen steppenartige, wärmebedürftige Pflanzen und Gräser. Reservat „Bielinek” ist der einzige Ort in Polen, wo die Moos-eiche vorkommt. Nördlich des Naturschutzgebietes breitet sich Puszcza Piaskowa- Sandwüste aus.

Cedynia/Zehden
Stadt (1600 Einw.) im Landkreis Gryfino/Greifenhagen. Sitz der Gemeinde und westlichste Stadt Polens. Das auf Hügeln gelegene Zehden ist 60 km. von Berlin und 70 km von Stettin entfernt. Die Burg wurde schon vor 972 urkundlich als Cidini erwähnt. Bis heute sind Überreste einer frühmittelalterlichen slawischen Burg, sowie Spuren einer Siedlung aus der Zeit der Lausitzer Kultur erhalten geblieben. In der ersten Hälfte 14. Jh. erhielt Zehden das Stadtrecht. Bis 1945 trug der Ort Namen Zehden. Nach dem II Weltkrieg hieß vorübergehend Cedno.
Die Marienkirche aus Granitstein kommt aus 13/14. Jahrhundertswende. Die Kirche ist ein Hallenbau mit ausgesondertem Presbyterium und einem Turm im westlichen Teil. 18-19. Jh. wurde die Kirche umgebaut. Das Altar kommt aus dem Jahr 1721. Der Zisterzienserinnenkloster wurde im 13. Jh. auf dem benachbarten Hügel erbaut. Nach der Aufhebung des Ordens 1555 existierte hier eine Fräuleinschule. Säkularisierte Güter wurde in ein Vorwerk umwandelt. Bis 1811 befanden sich in Klostergebäuden Sitz der Güterverwaltung, dann Kaiserliche Post. Heute funktioniert im renovierten und stilvollen Inneren ein schickes Hotel. Der Kloster zu Zehden liegt auf der europäischen Zisterzienserroute. Regionalmuseum am Plac Wolności 4 ist täglich von 9 bis 16 geöffnet (Montags geschlossen). Die Dauerausstellung „Von der Geschichte Zehdens und der Umgebung“ präsentiert Exponate aus der Zeit vor 12 Tausend Jahren, wie auch Militaria aus 11-12 Jh. und der II Weltkrieg. Am Museum befindet sich Touristen Info.
Zehdener Schlacht Am 4 Juni 972 kam es auf Feldern um Zehden zu einer Schlacht zwischen dem polnischen Herzog Mieszko I und Lausitzer Markgraf Hodon, unterstützt von Markgraf Siegfried von Walbeck. Die Truppen Hodons hatten früher einen Teil von Westpommern besetzt. Die Schlacht wurde zu Gemetzel. Lebendig gingen nur ein Dutzend Ritter mit Markgrafen Hodon und Siegfried davon. Aus militärischer Hinsicht war es kein besonders wichtiger Sieg. Doch nach 1945 versuchte man in Polen diesem Ereignis einer symbolische Bedeutung beizumessen. Dabei wurde auf polnischen Ursprung diesen Gebieten hingewiesen.


82 km Bielinek/Bellinschen. Ehemaliger Fischerdorf, erstmals 1248 erwähnt. 1869 baute man hier eine Dampfpumpenstation zur Trockenlegung des Polders. Das Werk, mit elektrischen Antrieb, funktioniert bis heute. In Bielinek befindet sich auch eine Pumpstation der Öl-Pipeline „Freundschaft“ von Schwedt bis Płock an der Weichsel.
Die 1945 zerstörte Kirche wurde bis Fundamente abgebaut. Das heutige Gebäude wurde 1989-95 nach Plänen von 1908 errichtet.
Es geht weiter nach Krajnik Dolny. Am Rande des Dorfes kommen wir an einer Kiesgrube vorbei. In den 60-Jahren wurden hier Knochen von einem Mammut und anderen vor rund 17 Tausend Jahren ausgestorbenen Tieren gefunden. Die Reste werden in Museen von Zehden und Stettin ausgestellt.
Nach wenigen Kilometern kommen wir an die Straße nach Cedynia. Wir biegen links ab und erreichen das alte Fischerdorf Piasek/Peetzig. Im Ort befinden sich eine Kirche aus dem 19. Jh. und ein Jägerhof (1899) aus Ziegelsteinen- derzeit Privatbesitz.
Es geht weiter nach Krajnik am nördlichen Rande der Sandwüste.

97 km Krajnik Górny/Hohen-Kranig. Ein großer, verwahrloser Dorf mit mittelalterlichen Ursprüngen. 1270 als Creynic erwähnt. Die spätgotische Kirche 15/16 Jh. wurde während des Dreißigjährigen Krieges zerstört. 1681 wiederaufgebaut. Das Gebäude bekam einen neuen Turm und barocke Giebel. An die Bauarbeiten erinnert der Windzeiger: „D C 1681” (Abkürzung DC bedeutet Dorothea Curfurstin, die den Aufbau finanzierte). Die Kirche wurde wieder 1990 renoviert.
Bis 1945 befand sich im Ort ein Schloss, Vorwerkbrauerei und Windmühle. Bis heute sind nur durch einen steinernen Zaun umgebene Ruinen im ehem. Schlosspark erhalten geblieben. In der nord-östlichen Ecke des Parks steht ein ruiniertes Grabmal der Familie der Gutsverwalter aus der Mitte 19. Jh.
Nach zwei Kilometern kommen wir an die Landstraße Nr. 26 Krajnik Dolny – Chojna. Wir radeln links bis zur Ortschaft.
100 km Grenzübergang Krajnik Dolny – Schwedt. Wir fahren auf die deutsche Seite über.

 

 

Küstrin-Kietz/ Schwedt (84 km)


Etappenbeschreibung Küstrin-Kietz/ Schwedt (84 km)
0,00 km Die Tour fängt auf der deutschen Seite wenige Hundert Meter vor der Grenzbrücke. Von der Hauptstraße geht es den Kanal entlang auf Dammweg über Bahnübergang bis nach Bleyen. Im Ort am Gasthof vorbei. Wo die Schulstraße links abzweigt radeln wir geradeaus auf den zweispurigen Asphaltstraße der Oder entlang. An der nächsten Weggabelung rechts und weiter auf dem Überschwemmungsdeich. Nach 4,5 km zweigt die Straße nach Sophienthal. Man kann eine Variante auf der winkeligen asphaltierten Straße am Rande des Orts wählen oder weiter den Deich entlang fahren. Bei Kienitz soll man links in die Straße der Befreiung biegen.
20,00 km Kienitz. Die Ortschaft wurde 1234 urkundlich als „Terra Chinz“ erwähnt. Die ehemals Fischersiedlung wurde nach der Trockenlegung des Oderbruchs zum landwirtschaftlichen Dorf. Heute zählt etwa 500 Ein. und gehört der Gemeinde Letschin an. Man kann entweder den Ort umfahren, indem man weiter auf dem Deichweg radelt, oder durchs Dorf fahren. Mitten in der Ortschaft zweigt die Hauptstraße rechts nach Kienitz Nord ab. Wir fahren geradeaus in die Kopfsteinpflasterstraße und gelangen wieder an den Deich. Nach z.a 3,5 km erreichen wir den Ort Groß Neuendorf. Achtung! Die nächste Ortschaft – Hohenwutzen ist erst 30 km entfernt. Auf dieser Strecke führt der Weg auf dem Oderdeich. Die Landschaft ist für das Odebruch typisch. Die Ortschaften, an den man von Entfernung vorbeikommt, sind ehemalige Kolonistendörfer. Neulitzgöricke, Neurüdnitz, Neuküstrinchen grenzen über den Fluss zu alten Fischerdörfern. Bei Güstebieser Loose verkehrt seit Sommer 2007 eine Passagier- und Autofähre nach polnischem Gozdowice. Die Investition wurde von der EU finanziert. Im April 1945 die forcierte in der Nähe die Polnische Armee die verbissen verteidigte Oderlinie.
Nach wenigen Kilometern kommen wir unter einer Eisenbahnbrücke vorbei. Die Verbindung entstand Ende 19. Jh. neben schon existierenden Straßenbrücke im Dorf Zäckerick. 1945 sprangen deutsche Truppen beide Einrichtungen in sie Luft. Nach dem Krieg wurde nur die Eisenbahnbrücke wiederaufgebaut (derzeit stillgelegt).
Am Anfang der Siedlung Neuglietzen endet der Radweg. Es geht weiter links und dann rechts in die Oderstraße. Wir lassen die Grenzbrücke Hohenwutzen/Osinów Dolny auf der rechten Seite hinter uns liegen.



51,00 km Hohenwuzen. Nach der Trockenlegung des Oderbruchs richtete man eine Holzbrücke über die Oder ein. Das Dorf wurde mit Niederwutzen auf dem anderen Ufer verbunden. Im 19. Jh. funktionierte auch eine Schifffähre. 1903 entstand die erste feste Brücke. Die Ende des II Zweiten Weltkriegs zerstörte Konstruktion wurde in den 50-er Jahren wiederaufgebaut. Der Grenzübergang funktioniert erst seit 1993.
Wir verlassen Hohenwutzen mit der Chaussestraße in Richtung Hohensaaten. Nach einigen Kilometern kommen wir an die Alte Oder. Hinter der Brücke beginnt Hohensaaten


Hohensaaten. Großes Dorf (1000 Ein.) und Sitz der Gemeinderates. Ursprünglich eine slawische Fischersiedlung, dann ein Fischerdorf, zum ersten Mal 1258 als „Saten“ erwähnt. Nach der Oderregelung entstand im Ort ein Binnenhafen. Das Dorf bereicherte sich an Handel und Warenumtausch. Um Hohensaaten und umliegende Ortschaften vor Überschwemmung zu schützen, wurden Mitte 19. Jh. Schleusen und Hohensaaten – Friedrichsthal Wasserstraße gebaut. Die Kirche im Dorf kommt aus derselben Zeit und wurde nach dem Projekt vom berühmten Architekten August Stüler erbaut.
Vor der Brücke über die Alte Oder geht es rechts, dann über die Schleuse. Der Weg führt auf einem Landstreifen zwischen der Oder und der Hohensaaten – Friedrichsthal Wasserstraße. Nach 5,5 km zweigt der Kanal links ab. Wir radeln weiter geradeaus und fahren ins Gebiet des Nationalparks Unteres Odertal. Nach 2 km der Weg links führt nach Lunow. Das ehemalige slawische Fischerdorf liegt heute in der Gemeinde Lunow-Stolzenhagen im Landkreis Barnim. Im Ort steht eine aus Feldstein gebaute Kirche aus XIII Jh. Die Tour geht weiter entlang die Oder, am südlichen Rande des Nationalparks.
70 km Es geht links in Richtung Stolpe (3km). Über dem Dorf herrscht "Grützpott" – Turmruine erbaut von den Dänen im 12. Jh. Die Mauer ist 5 m stark und gehört zu den massivsten und stärksten Burgfrieden Deutschlands. Der Oderhang bietet einen weiten Blick auf die Trockenpolder.
Wir verlassen Stolpe entlang des rechten Kanalufer in Richtung Schwedt.


76 km Criewen. Der Ort ist sehenswert. Bis vor kurzem war Criewen (700 Ein.) eine getrennte Gemeinde. Jetzt liegt in den Verwaltungsgrenzen der Stadt Schwedt. Criewen spielt Rolle des touristischen Zentrums des Nationalpark Unteres Odertal und ist ein günstiger Ausgangspunkt für Rad- und Fußgängerausflüge.
Der ehemals slawische Fischerdorf wurde das erste Mal 1354 als „Crive“ genannt. 1816 ließ Otto von Arnim Häuser um die Kirche abbauen. Auf dem so gewonnen Terrain entwarf Peter Josef Lenne einen geräumigen Parkanlage (10ha) mit dem Schloss. Die Kirche wurde im XIV Jh. aus Felssteinen gebaut. Im ehemaligen Schafstall in der Dorfstraße befindet sich heute das Besucherzentrum des Nationalparks. Die umfangreiche Ausstellung informiert über Attraktionen und Sehenswerten im Unteren Odertal.


Das 1820 erbaute Schloss gehört der Brandenburgischen Akademie. Seit 2002 ist das Gebäude Sitz des Deutsch - Polnischen Umweltbildungs - und Begegnungszentrums „Schloss Criewen”. Die Initiative setzt sich zum Ziel eine Zusammenarbeit im Bereich des Umweltschutzes, insbesondere in Feucht- und Sumpfgebieten der Mittel- und Osteuropa. Im Schloss finden Konferenzen, Tagungen und Konzerte statt.

 

 

 

Anhang:


Wichtige Adressen/Ważne adresy:

Słubice
Tourist Information - Informacja Turystyczna
ul. Jedności Robotniczej 19
tel.. (+ 48 95) 758 00 87
Stowarzyszenie Gmin Polskich Euroregionu Pro Europa Viadrina biuro w Słubicach ul. Akademicka 1, tel. +48/95/ 7 58 37 35

Auskunft/Noclegi
- Hotel "Amer", ul. Kościuszki 3, tel. 48 95 758 27 54
- Hotel "Baranowski" ul. Transportowa 4, tel. 48 95 758 21 02 www.hotelbaranowski.slubice.net
- Hotel "Cargo" ul. Transportowa 8, tel. 00 48 95 758 06 64,
- Hotel "Holidays" ul. Wojska Polskiego 77, tel. 00 48 95 758 05 76
- Hotel "Kaliski - Euro" ul. Jedności Robotniczej 13, tel. 00 48 95 758 37 35, www.hotelkaliski.pl
- Hotel "Korona" ul. Powstańców Wlkp. 8, tel. 00 48 95 758 22 00, www.korona.travel.pl
- Hotelik "Marion", Buksa Barbara
Al. Niepodległości 1c, tel. 00 48 95 758 05 50
- Miasteczko akademickie ul. Piłsudskiego 14, tel. 00 48 95 758 40 88,
- Motel "Oaza", Łysiak Jerzy, ul. Wojska Polskiego 93, tel 00 48 95 758 31 46
- Hotel "Polonia", ul. Daszyńskiego 1, tel.00 48 95 758 25 30, www.hotelpolonia.profit.pl
- Hotel A.B. "Relax", ul. Asnyka 16, tel. 00 48 95 758 07 65, www.hotel-relax.slubice.net
- Hotel "Sportowy" Ośrodku Sportu i Rekreacji, ul. Sportowa 1, tel. 00 48 95 758 20 49,
www.osirslubice.of.pl

 


Frankfurt an der Oder

Tourist Information - Informacja Turystyczna
Tourismusverein Frankfurt (Oder)
Karl-Marx-Str. 1 Tel.: 0335 / 325216, www.frankfurt-oder-tourist.de
Na miejscu przechowalnia bagażu i rowerów. Fahrrad und – Gepäckaufbewahrungsstelle.
Stowarzyszenie Gmin Polskich Euroregionu Pro Europa Viadrina, Biuro w Niemczech 15208 Frankfurt (Oder) Karl ß Marx str.23, tel +49/335/665940

Unterkunft/Noclegi
- Hotel Zur Alten Oder ***, Fischerstr. 32, tel 0335 556 22-0, www.zuraltenoder.de
- Messehotel, Nuhnenstr. 47, tel. 0335 40 16 00 www.messehotel-frankfurt-oder.de
- City Park Hotel, Lindenstraße 12, tel 0335 55 32-0, www.citypark-hotel.de
- Hotel "Am Schloss" Berliner Str. 48, 15234 Frankfurt (O), tel. 0335 680 18 41, www.hotel-am-schloss-ffo.de
- Hotel "Grünhof", A. Bebel-Str. 54, tel. 0335 41 40 40, www.hotel-gruenhof.de
- Hotel Gallus, Fürstenwalder Str. 46/47, tel. 0335 56 15-0
- Landhotel Pagram, Bodenreformstr. 21, tel 0335 41 30 00, www.landhotel-pagram.de

Kostrzyn nad Odrą
- Polsko-niemiecko Biuro Promocji Turystycznej
Urząd Miasta ul. Kopernika 1tel. / fax +48 95 727 81 23
- Muzeum Przyrodnicze – Informacja Turystyczna: ul. Dworcowa tel. 095 7523673;
- Kostrzyńskie Towarzystwo Kolarskie: Restauracja "Magic"ul. Piastowska 2a
Unterkunft/Noclegi:
- Hotel Bastion,ul. Graniczna 1, tel. 095 752 5970, www.hotel-bastion.pl
-Dom Turysty – Hotel Miejski, ul. Piastowska 8, tel. 095 752 3041, www.domturysty.ta.pl
-Schronisko Młodzieżowe, Banaszaka 1, 066 258-96-94,
- Pensjonat ul. Mostowa (zaraz za mostem na Warcie) tel 095 255 684, 502 255 684
Pokoje/Zimmer
-Anna Braun, ul. Kościelna 8a (Drzewice), tel. 095 752 3419
- Gospodarstwo Agroturystyczne, Irena Jankowiak, ul.Kostrzyńska 35, tel. 601 198 101
- Gospodarstwo Agroturystyczne, Henryk Wilczyński, os. Szumiłowo, tel. 095 752 0078
- Gospodarstwo Agroturystyczne, Jan Ladowski, ul. Środkowa 1, tel. 095 752 0750
Serwis rowerów/sklep rowerowy Fafrradladen/Rad-Reparatur „Relax” Kostrzyn ul. Gorzowska 1a, tel: 095 7523493


Criewen
Unterkunft/Noclegi
Pension "Storchennest" Bernd von Arnim Str. 15 tel: 03332 516367 (DZ 45,00 €)
Gasthaus "Zur Linde" Bernd von Arnim Str. 21 tel: 03332/521498(DZ 50,00€)
Wir fahren von Criewen aus weiter am rechten Ufer der Wasserstraße. Wir kommen an Siedlungen Zützen i Berkholz-Meyenburg vorbei. Bald beginnt die Stadt Schwedt. Vor der Schleuse überqueren wir den Kanal über eine Fußgängerbrücke und fahren erst ins Schöpfwerk dann rechts in die Berliner Alle bis Stadtzentrum.

Hohenwutzen
Unterkunft/Noclegi
Hotel-Restaurant-Café
"Zur Fährbuhne"
Gabriele und Knut Wickidal
Fährweg 17
16259 Hohenwutzen

 

 

Czytany 9812 razy
Marcin Rogoziński

 

 

Polsko- niemiecki dziennikarz, publicysta, tłumacz, pilot wycieczek zagranicznych

Deutsch- polnischer Journalist, Publizist,Übersetzer, Reiseleiter

Tel: (48) 505 39 99 29

Email Ten adres pocztowy jest chroniony przed spamowaniem. Aby go zobaczyć, konieczne jest włączenie w przeglądarce obsługi JavaScript.

Skomentuj

Upewnij się, że pola oznaczone wymagane gwiazdką (*) zostały wypełnione. Kod HTML nie jest dozwolony.

Gdzie Aktualnie Znajdujesz się:

W tym Dziale

Wyszukiwarka

Kategorie